Angekommen?

Zumindest physisch bin ich jetzt in Kapstadt angekommen. Mental dauert das bestimmt noch ein wenig, eine Dreimillionenstadt in einem Land auf der anderen Hälfte der Welt begreifen zu können.

Thomas, der SAGE-Net Mentor für Kapstadt hat uns, das heißt meine sieben Mitfreiwilligen und mich, Samstag vormittag vom Flughafen abgeholt.

Zusammen haben wir dann ein Zimmer in einem Hostel im Stadtteil Observatory bezogen und dort Daniel und Tambo kennengelernt. Tambo arbeitet im SAGE-Net Büro in Kapstadt und hat uns zusammen mit Thomas durch die Orientierungstage gebracht. Daniel ist ein weiterer Freiwilliger, der schon eine Woche vor uns in Kapstadt angekommen ist.

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde und einer kurzen Stadtrally in Observatory aßen wir um drei Uhr zusammen zu Mittag. Nachdem wir noch im Spar einkaufen waren, nicht ohne uns auf dem Weg zu verlieren, fingen die anderen Bewohner des Hostels schon an zu Braaien.

Braai, m

Als Braai bezeichnet man ein typisch südafrikanisches Grillen. Unterschieden wird zwischen einem Braai, bei dem der Gastgeber das Essen bereitstellt und einem Bring and Braai, bei dem sich die Gäste ihr eigenes essen und Trinken mitbringen. Der sogenannte Braaimaster steht am Grill und ist typischerweise auch der Gastgeber.

Da es üblicherweise sehr lange dauert, bis das Essen bei einem Braai auf den Tisch kommt, verbrachten wir den Rest des Abends mit entspannten Gesprächen im Hostel und lernten die anderen Bewohner kennen. Ein Gast aus Pretoria gab mir auch direkt einen sehr ausführlichen Einblick in südafrikanische Musik.

Sonntag Mittag frischten wir unser Südafrika-Vorwissen ein wenig auf mit kurzen Präsentationen zu Gesellschaft, Politik, Geografie und anderen Themen. Danach fuhren wir mit zwei Uber-Taxis ans Meer und spazierten am Strand entlang. Abends gab es dann gleich den nächsten Braai in einer WG in Observatory, nicht weit von unserem Hostel. Zusammen mit den Freiwilligen, die das letzte Jahr über in Kapstadt waren und anderen WG-Bewohnern, haben wir Musik gehört, dazu getanzt und viel gegessen. Nachts sind wir dann trotz des sehr kurzen Weges zum Hostel mit einem Uber-Taxi zurück gefahren, da uns davon abgeraten wurde nach Einbruch der Dunkelheit noch draußen herumzulaufen. Obwohl Observatory ein relativ sicheres Viertel ist und die Logik für uns noch schwer nachvollziehbar, entschieden wir uns dazu, besser den Rat der anderen einfach zu akzeptieren und die Taxis zu bestellen.

Montag lernten wir dann unsere Arbeitsplätze kennen. Da die alten Freiwilligen noch hier waren während wir ankamen, konnten sie uns in die Projekte begleiten. Maike holte mich daher morgens um halb acht am Hostel ab und zeigte mir den Arbeitsweg. Nach einer Viertelstunde Fußweg steige ich in einen Minibus, ein sogenanntes Taxi, der mich dann in die Nähe des Büros bringt.

Im Büro wird der organisatorische Teil Abalimis bewältigt und das Gemüse in Kisten und in den Truck gepackt. Die Gärten, in denen Gemüse angebaut wird, liegen in den Vororten verteilt. Montag haben Ellen und Maike, die vor mir als Freiwillige bei Abalimi waren, mich eingeführt in die Aufgaben, die sie die letzten Monate übernahmen. Ich werde vorsaussichtlich einige Monitoring- und Evaluation-Aufgaben übernehmen, also Verkäufe, Ausgaben und Einnahmen dokumentieren und auswerten. Mit Veronica, einer Freiwilligen aus den USA, die noch bis Dezember hier bleibt, werde ich auch den Newsletter für 2018 erstellen und bei der Öffentlichkeitsarbeit helfen. Den Abend verbrachten wir im Hostel mit gutem Essen und Spielen.

Dienstag gab Dave, ein langjähriger Mitarbeiter von Abalimi, Veronica und mir eine Tour durch ein paar der Gärten von Abalimi. Es war schwer beeindruckend, in der Mitte von Townships, umgeben von nichts als Blechhütten, plötzlich eine große, lange Reihe von Gärten zu sehen. Von diesen Bereichen, darauf ausgelegt Gemüse anzubauen und lokalen Einwohnern Wissen zu urbanem Gemüseanbau zu vermitteln, gibt es um die vierzig Stück in Kapstadt, dank Abalimi.

Am Mittwoch habe ich zusammen mit Anele, dem Fahrer für Abalimi, Gemüse zu verschiedenen Restaurants und Küchen in der Innenstadt ausgefahren. Nachmittags bin ich dann zusammen mit Daniel, Hana und Valentina aus dem Hostel in die WG umgezogen, in der am Sonntag schon der Braai war.

 

Kommentar verfassen